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Verzichten leicht gemacht

Bald ist es wieder soweit und für gläubige Christen beginnt die 40-tägige Fastenzeit. Doch Fasten ist heutzutage nicht zwingend an das Religionsbekenntnis gebunden. Verschiedenste Fastenformen stehen zur Auswahl und auch die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit motivieren zur Enthaltung.

Was bedeutet fasten?

Fasten ist die völlige oder teilweise Enthaltung von allen oder bestimmten Lebensmitteln oder Getränken über einen bestimmten Zeitraum. Auch wird hierbei auf diverse Genussmittel verzichtet. Aus religiöser Sicht soll Fasten unter anderem die Seele reinigen bzw. die Konzentration fördern und Erleuchtung oder Erlösung ermöglichen, um so näher zu Gott zu finden. Obgleich Fasten religiös motiviert ist oder nicht, wer fastet, tut auch seiner Gesundheit etwas Gutes. Stoffwechselvorgänge werden verbessert und der Alterungsprozess wird verlangsamt. Ablagerungen in den Zellen werden recycelt bzw. ausgeschieden. Man nennt diesen Vorgang Autophagie, der nach einer 12-16-stündigen Fastenzeit beginnt.

Welche Fastenform gibt es?

Man unterscheidet verschiedenste Fastenformen, wie z.B. das Langzeitfasten, hierbei handelt es sich um eine längere Fastenzeit, die häufig religiösen Ursprung hat (Fastenzeit im Christentum, Ramadan, etc.). Auch Heilfasten ist eine beliebte Fastenform, dabei wird über einen Zeitraum von 7-10 Tagen völlig auf Speisen verzichtet. Die alltagstauglichste Fastenform ist Intervallfasten. Hier gibt es verschiedenste Methoden. Die wohl bekannteste Variante ist aktuell die 16/8-Methode. Hierbei wird täglich 16 Stunden gefastet und in 8 Stunden 2-3 Mahlzeiten gegessen. Eine weitere Intervallfastenmethode ist 10in2, wo an einem Tag Essen erlaubt ist und am zweiten Tag gänzlich auf Speisen verzichtet wird. Bei der 5:2-Methode wird an 2 Tagen in der Woche gefastet. An den beiden Fasttagen nehmen Frauen ca. 500kcal zu sich, Männer ca. 600kcal.

Du möchtest fasten? Was ist zu beachten?

Zuallererst solltest du dir überlegen, welche Fastenform sich in deinen Alltag integrieren lässt. Nicht jede Fastenform eignet sich für einen körperlich anstrengenden Tag. Auch gesellschaftliche Ereignisse, wie Geburtstage oder andere Feierlichkeiten, könnten dir die Fastenzeit erschweren. Auch ist entscheidend, ob du die Möglichkeit hast, selbst Speisen zuzubereiten oder ob du häufig auswärts isst.

Warum Intervallfasten?

Meiner Meinung nach, ist Intervallfasten die alltagstauglichste Variante. Speziell die 16/8-Methode lässt dir die Möglichkeit offen, wann du deine 8 Stunden Essenszeit einteilst. Du kannst z.B. zwischen 10 Uhr und 18 Uhr essen und fastest die übrige Zeit oder du beginnst erst um 12 Uhr und kannst deine Mahlzeiten bis 20 Uhr einnehmen. Wichtig dabei ist jedoch, wenn du dich für eine Zeitspanne entschieden hast, diese möglichst konsequent beizubehalten. Generell gibt es beim Intervallfasten keine Einschränkung der Lebensmittel, wobei es schon Ziel sein sollte, sich möglichst ausgewogen zu ernähren. Denn wenn man seine Zellen entrümpelt, sollten diese dann nicht wieder zugemüllt werden.


Tipps fürs Intervallfasten

  • Plane deine 8-stündige Essenszeit so ein, wie es für dich am besten passt. Wenn du ein Frühstücksfan bist, macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, auf das Frühstück zu verzichten. Wähle eine Zeit, die deinem Tagesrhythmus eher entspricht.
  • Viel trinken! Ich weiß, ein Klassiker. Aber wer viel Wasser oder ungesüßte Tees trinkt, kurbelt seinen Stoffwechsel an und hilft dem Körper, die entrümpelten Stoffe auszuscheiden.
  • Nicht gleich alles auf eine Karte setzen! Du kennst das sicher: Anfangs ist man voll motiviert und man krempelt alles um. Aber die Einschränkung und der Verzicht frustrieren irgendwann und dann schmeißt man gerne alle Vorsätze über Bord. Daher immer kleine Schritte setzen. Beginne zuerst, deine Essenszeiten konsequent einzuhalten und gewöhne dich daran. Wenn dir das leicht fällt, beginne damit, eine Mahlzeit täglich zu optimieren, usw.
  • Finde Gleichgesinnte! Im Team oder in der Gruppe ist vieles leichter. Vielleicht kannst du Familienmitglieder oder Freunde dazu bewegen, mit dir gemeinsam zu fasten. So könnt ihr euch gegenseitig motivieren und austauschen.
  • Probiere neue Rezepte aus oder nimm an Kochkursen teil. Wer schon lange kocht oder wenig Zeit zum Kochen hat, bereitet häufig gerne gewohnte Speisen zu. Neue Rezeptideen helfen dabei, abwechslungsreicher zu kochen und steigern auch die eigene Kreativität, neue Rezepte zu kreieren.
  • Lass dich von kleineren Rückschlägen nicht unterkriegen! Nobody is perfect und nicht alles funktioniert auf Anhieb. Gib dir und deinem Körper Zeit, sich an das Intervallfasten zu gewöhnen.
  • Ja, auch Bewegung ist ein Thema! Bewegung und Intervallfasten können vor allem dabei helfen, Übergewicht zu reduzieren. Aber keine Angst, du musst nicht gleich zu laufen beginnen. Versuche Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, wie Treppensteigen statt Liftfahren oder auch mal Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen anstatt mit dem Auto. Auch Gruppenkurse können dir den Einstieg zur regelmäßigen Bewegung erleichtern.

Fasten bedeutet nicht primär verzichten, denn Genuss ist weiterhin möglich. Kleine Schritte helfen dir dabei, z.B. Intervallfasten leichter in den Alltag zu integrieren. Diese 16/8-Methode ist sogar als Dauermethode anwendbar und kann sich positiv auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden auswirken. Intervallfasten ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Wenn du dabei Unterstützung benötigst, bin ich dir gerne behilflich.

 

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