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Fit in den Frühling mit Bärlauch und Brennnessel

Raus aus dem Winterschlaf

Alle Jahre wieder werden viele Menschen von der Wintermüdigkeit geplagt und vernehmen einen fast fließenden Übergang in die Frühjahrsmüdigkeit. Es gibt viele Einflussfaktoren, die den Stoffwechsel und in weiterer Folge die Müdigkeit beeinflussen können. Durch innere und äußere Faktoren lässt sich der menschliche Organismus stark beeinflussen, sowohl positiv als auch negativ. Doch bekanntlich ist für jedes Problem ein Kraut gewachsen. Wildkräuter, wie Bärlauch und Brennnessel halten immer häufiger Einzug in die Küche und peppen so manche Speise auf. Doch nicht nur geschmacklich sind sie in der Ernährung wertvoll, sie enthalten eine Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen und haben heilende Wirkung. 

Die Verwendung von Bärlauch

In der Ernährung kommen die frischen Bärlauchblätter in der Zeit von März bis Mai zum Einsatz. Man kann sie vielseitig in der Küche verwenden und in Suppen, Strudel, Salaten, als Gewürz oder Spinat verwenden. Bärlauch lässt sich leider nicht trocknen, da er dadurch sein Aroma verliert. Zum Konservieren kann man Bärlauch zu Pesto, Würzöl oder Ölpasten verarbeiten oder die Bärlauchblätter frisch nach der Ernte einfrieren. Die Blüten eignen sich als hübsche Dekoration oder als Würze in Salaten und Aufstrichen. Die unreifen grünen Samen können wie Pfeffer verwendet werden, in Öl eingelegt oder wie Kapern, in Apfelessig eingelegt, verwendet werden.

Als Heilmittel wird Bärlauch vor allem aufgrund seines Gehalts an Vitamin C, Eisen und ätherischer Öle gegen Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt. Aufgrund seiner stark blutreinigenden Eigenschaft kommt er bei chronischen Hautausschlägen und Flechten zum Einsatz, da er die Ursache der Erkrankung von innen her bekämpft. Auch bei Arterienverkalkung und Bluthochdruck kann Bärlauch positiven Einfluss nehmen. Vor allem bei Darmbeschwerden wirkt Bärlauch wahre Wunder. Er wehrt ungewollte Darmbakterien oder Parasiten ab, ohne dabei die Darmflora zu schädigen. Die Darmflora wird gestärkt und bei Ungleichgewicht ausgeglichen. Als Kur werden über 4-6 Woche täglich eine Handvoll frische Blätter gegessen oder als Tinktur mehrmals täglich 15-30 Tropfen eingenommen.

 

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Raus aus dem Winterschlaf

Bei Bärlauch besteht Verwechslungsgefahr mit den stark giftigen Pflanzen: Maiglöckchen, Herbstzeitlose und dem Aronstab. Ein typisches Erkennungsmerkmal des Bärlauchs ist der Lauchgeruch, den keine der drei giftigen Pflanzen verströmt. Die Blätter der Herbstzeitlose wachsen nicht im Wald, sondern auf Wiesen und sind fest und hart und nicht so weich und zart wie die des Bärlauchs. Die Blätter des Aronstabs sind pfeilförmig und beim Maiglöckchen erscheinen meist zwei Blätter aus der Wurzel, die nicht an Stielen sitzen. Speziell zu Beginn der Bärlauchsaison ist das Verwechslungsrisiko eher gering, da die Doppelgänger noch nicht wachsen. Vorsichtshalber sollte man jedes Blatt einzeln sammeln und auf die typischen Merkmale des Bärlauchs achten. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man die Pflanze nicht pflücken, denn der Verzehr eines giftigen Doppelgängers kann tödlich enden.

 

sammeltipps

Die Pflanze wird bis zu 30 cm groß, zuerst erscheinen die dunkelgrünen, glänzenden Blätter. Diese sind ei-lanzettlich geformt und wachsen an einem weichen Stiel. Die Blüte wächst an einem eigenen Stiel, zuerst ist eine weiße Knospe umhüllt von einem Hüllblatt zu sehen, wenn sie sich öffnet, erscheint eine weiße Blütenkugel mit bis zu 20 Einzelblüten an feinen, grünen Stielen. Die grünen Samen sind während der Blütezeit in den einzelnen Blüten zu finden. Sie reifen aus, wenn die Blüten verblüht sind und bekommen eine braun-schwarze Farbe. Die gesamte Pflanze riecht nach Knoblauch.

 

Die Verwendung von Brennnessel

In der Ernährung kommen die frischen Brennnesselblätter und Triebspitzen in der Zeit von März bis Juli zum Einsatz. Man kann sie vielseitig in der Küche einsetzen und in Suppen, Strudel oder Spinat verwenden. Die Samen können von Juli bis August geerntet werden und sind getrocknet eine gute Eiweißquelle für den Winter.

Als Heilmittel wird die Brennnessel zum Auspeitschen betroffener Stellen bei Rheuma und Gicht verwendet. Durch die Brennhaare wird die Durchblutung angerecht und kann zur Schmerzlinderung führen. Aus den jungen frischen Blättern kann man eine Tinktur herstellen, womit man bei Rheuma, Gicht, Kopfhautschuppen oder als Haarwuchsmittel die betroffenen Stellen einreibt. Als Trinkkur zur Blutreinigung eignet sich ein Saft aus frischen Blättern und Triebspitzen. Ebenfalls als Trinkkur eignet sich Brennnesseltee zur Entgiftung und Entschlackung, der entweder aus frischen oder getrockneten Blättern zubereitet wird. Auch im Garten ist die Brennnessel ein wunderbares Hilfsmittel gegen Pilzbefall, Läusen und Mehltau. Hierzu kocht man einen Tee aus frischen oder getrockneten Blättern und besprüht die Pflanzen mit dem abgekühlten Tee.

Harmlose Verwechslungsgefahr!

Die Brennnessel bietet auch die Möglichkeit, mit ähnlichen Pflanzen verwechselt zu werden. Im Speziellen besteht Verwechslungsgefahr mit der Taubnessel und der nesselblättrigen Glockenblume, wobei beide ungiftig sind, auffällige Blüten haben und keine Brennhaare besitzen.

 

sammeltipps

Raus aus dem Winterschlaf

Der Stängel ist vierkantig. Die Blätter stehen an Stielen und sind grob gezackt, stehen paarweise am Stängel, immer kreuzweise versetzt. Die Blüte ist unscheinbar, grünlich und hängt an 2-5 cm langen Rispen. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die Blütenrispen der männlichen Pflanzen sind kürzer und nicht so üppig voll wie die der weiblichen. Verwendet werden beide gleich. Aus der Blüte entwickeln sich später die Samen, welche sich dann bräunlich färben. Die Wurzel ist fein verästelt und flach kriechend.

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